Exzellente Ergonomie: die Logitech M570 Trackballmaus im Langzeittest

Ich teste die Logitech M570 Trackballmaus nun bereits seit circa einem Jahr. In dieser Zeit ist sie zu meiner meistgenutzten Maus geworden – und zwar mit weitem Abstand.

Die Maus hat einen ungewöhnlichen Aufbau. Die Bedienung des Mauszeigers erfolgt mit dem rechten Daumen. Lass dich nicht davon täuschen, dass die die M570 eine Form ähnlich einer normalen ergonomischen Maus hat.

Bevor ich die Maus gekauft hatte, dachte ich, man könnte die Maus ganz normal bewegen und optional den Trackball verwenden. In Wirklichkeit dient die „normale“ ergonomische Form nur dazu, die Hand während der Bedienung angenehm und stabil ablegen zu können. Was aber trotzdem wie bei einer normalen Maus funktioniert, ist das Klicken der linken und rechten Maustaste. Auch ein Mausrad hat das Gerät.

Maus in der Frontansicht

Vorteile der Logitech M570 im Test

Die meisten Eingabegeräte verursachen mir Schmerzen in Armgelenk und Unterarm, teils auch in Nacken und Rücken. Gleichzeitig arbeite ich den gesamten Tag am Laptop.

Daher ist mein wichtigstes Kriterium, ob die Maus ergonomisch genug ist, dass ich den gesamten Tag die Maus verwenden kann – ohne meinem Körper zu schaden oder Schmerzen zu haben

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Die Anzahl verwendeter Muskeln & Sehnen ist geringer

Ich schätze an der M570, dass weitaus weniger Muskeln und Sehnen beansprucht werden, als bei anderen Geräten. Bei einer normalen Maus muss man die gesamte Arbeitszeit die Maus hin und her schieben. Das belastet sowohl das Handgelenk intensiv arbeiten, als auch den gesamten Unterarm. Weniger offensichtlich ist, dass auch Oberarm, Schultern, Rücken und sogar Nacken strapaziert werden.

Bei der Logitech M570 dagegen liegt die Hand ruhig auf der Maus auf und muss nicht bewegt werden.

Ich bin relativ dünn, daher kann ich gut durch die Haut beobachten, welche Muskeln und sehen sich bewegen. Bei der M570 sind das nur die Muskeln, welche an Sehnen rund um den Daumen ansetzen.

Test der Trackballmaus

Wenig Bewegung ist ausreichend

Anfangs hatte ich befürchtet, dass die starke Verwendung des Daumens neue Probleme hervorruft. Allerdings hat sich diese Angst nicht verwirklicht. In Phasen, wo ich wenig auf meine Haltung achtet fühlt sich zwar auch der Daumen etwas strapazierter an, aber mehr auch nicht.

Hohe Präzision

Die geringere Belastung der Muskulatur liegt teilweise in der hervorragenden Präzision der Trackballmaus begründet.

Die die Handposition und Form der Maus sorgt dafür, dass die Hand einerseits entspannt, andererseits aber stabil positioniert ist. Dadurch kann man den Trackball sehr genau steuern. Mit vielen anderen ergonomischen Mäusen hatte ich das Problem, dass ich die Hand sehr verkrampfen musste, um die Maus unter Kontrolle zu haben. Das zerstört jeden Vorteil, da Verspannungen die Ursache der meisten ergonomischen Probleme sind. Mit der Trackballmaus ist das anders: bereits minimale Bewegungen reichen aus, um den Zeiger sehr weit und gleichzeitig präzise zu steuern.

Einziges Manko ist: der Trackball neigt zum Verkleben, was die Präzision senkt. Das Problem hatte ich leider auch mit anderen Trackballs. Dazu schreibe ich weiter unten noch mehr – bei den Nachteilen der Maus.

Schnelle Gewöhnung

Die M570 von Logitech war meine erste Maus mit Trackball, auch wenn ich seitdem kauf ein paar weitere getestet habe. Was ich festgestellt habe: man gewöhnt sich erstaunlich schnell an die Verwendung eines Trackballs. Ich dachte, das dauert länger.

Insbesondere hatte ich Bedenken, dass ich mit dem Trackball Elemente nicht mehr exakt ansteuern können würde. Das war unberechtigt. Ich war praktisch sofort in der Lage, Windows zu bedienen. Vermutlich ist man am Anfang trotzdem etwas langsamer in der Bedienung. Aber mir ist das nicht bewusst aufgefallen, daher kann der Unterschied bei der Bediengeschwindigkeit zu einer normalen Maus nicht groß sein.

Halbwegs geeignet für Zocker

Ich habe die Maus neben Windows auch in Computerspielen getestet. Ich spiele nicht oft, dann aber exzessiv und lange, da ich mich nicht losreißen kann. Eine ergonomische Maus ist essentiell, andernfalls bereue ich den Exzess für die nächsten Tage.

Die M570 hat sich für mich als gute Lösung zum Zocken erwiesen. Ich kann mit ihr länger als mit jeder anderen Maus spielen, ohne Probleme im Arm zu bekommen.

Von der Präzision her hatte ich mit der Maus beim Spielen keine Probleme. Jedoch spiele ich primär offline als Einzelspieler.

Ich bin mir nicht sicher, ob mir die Präzision reichen würde, um bei schnellen Action-Multiplayerspielen mit vielen Teilnehmern mitzuhalten.

Ich weiß zwar, dass viele Gamer die M570 Maus auch bei Taktik-Shootern wie Counter Strike verwenden, welche ein schnelles und exaktes Zielen erforderlich machen. Das habe ich selbst aber nicht getestet. Ich denke aber, dass eine auf Gamer zugeschnittene Maus bei sehr schnellen Spielen einen Präzisionsvorteil gegenüber dem Trackball hat. Aber da fehlt dann halt die Ergonomie der Logitech M570.

Arbeiten in jeder Position möglich

Für eine Standardmaus ohne Trackball benötigt man eine flache und ausreichend große Fläche, über welche man die Maus bewegen kann. Logisch. Hat man aber einen Trackball, ist das unnötig. Man bewegt nicht die Maus, sondern nur den Ball.

Die Folge: man kann in ganz neuen Positionen arbeiten. Beispielsweise auf der Coach, im Sessel, oder im Liegen. Das ist ein riesen Vorteil, wenn man mit Haltungsproblemen geplagt ist. Diese entstehen vor allem dadurch, dass man zulange und verkrampft in der gleichen Position arbeitet. Die größere Haltungsvielfalt ist eine der Hauptstärken von Trackballs.

Mir ist bei meinem letzten Langstreckenflug auch aufgefallen, dass die Maus sehr gut im Flugzeug einsetzbar ist. In der Holzklasse hat man nicht genug Platz um eine normale Maus vernünftig zu bedienen.

Die M570 kann man einfach auf den Schoss legen und so bedienen. Im Flugzeug habe ich vergessen ein Foto zu machen, aber hier sieht man das Prinzip:

Alternativ kann man die Trackballmaus auch auf den Laptop legen, wenn man unterhalb der Tastatur etwas Platz dazu hat:

Maus auf Laptop liegend

Bei kleineren Laptops reicht vielleicht sogar der Platz auf dem runterklappbaren Tisch für Computer und Maus.

Bei meinem letzten Flug habe ich mit der Maus circa 6 Stunden mit höchstens leichten Verspannungen den Flug mit einem Computerspiel verkürzt. Ich hatte sogar das Gefühl, dass ich insgesamt weniger verspannt im Flugzeug war, als normalerweise. Vielleicht deswegen, da ich mich durch die Ablenkung weniger verkrampft habe, als sonst.

Drahtlosverbindung klappt einwandfrei

Die Vielfalt der Möglichkeiten wird auch dadurch unterstützt, dass es sich bei der M570 um eine Funkmaus handelt. Sie ist wireless, also schnurlos. Ich schließe den Laptop ab und zu meinen Fernseher an und arbeite dann mit der Maus und einer Funktastatur vom Sofa aus.

Finger neben USB Stick

Die Maus wird über einen USB Stick angeschlossen, der allerdings nursehr wenig Platz in Anspruch nimmt. Zum Vergleich habe ich meinen Finger daneben gehalten.

Die Funkverbindung war immer einwandfrei, auch ein paar Meter dazwischen waren.

Die Batterie scheint praktisch ewig zu halten. Bisher nutze ich seit einem Jahr dieselbe AA Batterie.

Nachteile der Logitech M570

Der Trackball von Logitech ist in vielerlei Hinsicht der Hammer, weswegen ich die Maus ausgiebig einsetze.

Jedoch bin ich eine kritische Person. Etwas zu nörgeln habe ich immer:

Verkleben des Trackballs

Ich habe bei allen meinen Trackballs das Problem, dass sie innerhalb weniger Wochen bis Monate anfangen „klebrig“ zu werden.

Man kann sich das Verkleben so vorstellen, dass man minimal mehr Kraft benötigt, um den Ball in Bewegung zu versetzen.

Dadurch verändert sich die Bewegung des Zeigers auf dem Bildschirm des Zeigers von fließend zu (ganz leicht) ruckartig. Die Anstrengung für die Muskeln erhöht sich leicht. Die Präzision nimmt etwas Schaden.

Ich bin mir nicht sicher, woher dieses leicht verklebte Gefühl kommt. Ich habe bereits mehrmals versucht, die Trackballs innen an den Kontaktpunkten zu reinigen. Dort legt sich eine Menge Dreck ab. Das verbessert zwar das verklebte Gefühl um circa 50%, beseitigt es aber nicht vollständig.

Seltsamerweise hilft reinigen manchmal und dann wieder nicht. Ich denke das liegt daran, dass der Trackball eine kleine Fettschicht zum Gleiten braucht, aber gleichzeitig nicht zu verdreckt sein darf.

Grundsätzlich hatte ich das Problem aber auch bei normalen Computermäusen: mit der Zeit nimmt die Gleitfähigkeit ab und die Präzision sinkt.

Trackball kann nach Sturz wegrollen

Der Trackball sitzt in einer Fassung. Zum Reinigen kann man den Ball mit etwas Druck ohne Probleme herausnehmen und wiedereinsetzen. Da man zum Loslösen etwas Kraft verwenden muss, kann man die Maus auf den Kopf halten, ohne dass der Ball herausfällt.

Trackball entfernt

Dummerweise kann der Ball bei einem Sturz herausspringen. Aufgrund seiner Natur rollt der Ball SEHR gut. Man sollte beim Einsatz auf Reisen aufpassen, die Maus nicht fallen zu lassen. Ich musste einmal den Ball in einem Restaurant auf dem Boden jagen gehen.

Fazit: Exzellente Ergonomie

Insgesamt kann ich die Logitech M570 von ganzem Herzen empfehlen.

Es ist die ergonomischste Mausalternative die ich bisher getestet habe.

Dabei ist die Maus sogar vergleichsweise günstig. Klar, eine normale Maus ist teurer. Die meisten anderen ergonomischen Mäuse jedoch, die ich getestet habe, waren teurer und haben weniger gut funktioniert.

  • Juni 23, 2017